Trash – Eine Liebeserklärung…

Quelle: Deutschlandfunk

Gefunden auf/über Nerdcore.de

Im ganz launig inzinierten Beitrag wird „Der Trash“ anhand von 10 Dogmen definiert.

Dogma 1

Trash wird mit Leidenschaft gemacht. Berechnung, Low oder No Budget, handwerkliche Limitierung, „schlechter Geschmack“ und Bekenntnis zum ‚guilty pleasure’ – also Schuldgefühl und Spaß dabei – sind allein noch nicht ausschlaggebend.

Dogma 2

Im Trash gibt es Momente der Grenzüberschreitung. Tabus werden verletzt, ein Element des Drastischen tritt selbstbewusst in den Vordergrund. Irgendetwas Schmutziges muss passieren – egal ob schmutziger Sound, schmutzige Bilder, schmutzige Wörter oder einfach schmutzige Phantasien.

Dogma 3

Trash ist mehr als die Wiederholung von Genre-Formeln. Irgendwo blitzt ein Element des Originalen und Originellen auf, möglicherweise an gänzlich unerwarteter Stelle. Es muss gar nicht immer ein Autor dafür verantwortlich sein, es kann auch ein Zufall, eine Laune, ein unkontrollierter Moment sein. Oder einer von den Mitarbeitern macht einfach was anderes als die anderen.

Dogma 4

An einem Trash-Produkt muss man spüren, dass alle Beteiligten Spaß hatten, es zu machen. Oder aber, genau so unterhaltsam, man kann Menschen bei der ästhetischen Arbeitsverweigerung zusehen, was besonders bei Schauspielern einen schönen Effekt ergibt, die, zum Beispiel, in einem Film darstellen, dass sie keine Lust
haben, in diesem Film mitzuspielen. Oder bei Musikern, die gar nicht mehr verbergen wollen, dass sie sich etwas schamlos zusammen geklaut haben.

Dogma 5

Ein Trash-Produkt wächst in seiner Bedeutung mit der Empörung seiner Feinde.

Dogma 6

Ein Trash-Produkt bildet um sich herum eine Gemeinde, eine Bewegung oder eine Szene, bzw. es kommt einer Gemeinde, einer Bewegung oder einer Szene gerade recht. Trash allein zu sehen, zu hören oder zu lesen macht nicht einmal halb so viel Spaß wie es in einer überschaubaren Kult-Gemeinde zu tun. Es ist immer etwas für Eingeweihte und Kenner.

Dogma 7

Ein Trash-Produkt entsteht in aller Regel jenseits der „üblichen“ Kulturproduktion. An den Rändern der Traumfabriken, in den Nischen der Musikindustrie
oder auch ganz außerhalb davon.

Dogma 8

Ein Trash-Produkt enthält nicht nur Obszönität, Gewalt oder schlechten Geschmack, sondern immer auch Blasphemie, Ketzerei oder Dissidenz.

 

Dogma 9

Ein Trash-Produkt gilt nach allgemein anerkannten Kriterien immer auch als „krank“, „verrückt“ oder (mindestens) quer bzw. queer.

Dogma 10

Trash-Produkte sind weder planbar noch wiederholbar.

Quelle: Deutschlandfunk

Die Dogmen 1, 2, 3, 4, 7, 8 und 10 haben wir wohl mehr oder weniger eerfüllt, die 5, 6 und 9 wohl eher weniger bis gar nicht (oder?). Steht also 7 zu 3. Darf man sich da jetzt „offiziell“ mit dem Begriff „Trash“ schmücken?

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